Wie funktioniert eine Firewall?
Jede Verbindung, die die Firewall passiert, wird mit einem Regelwerk verglichen. Eine Regel legt fest, wer mit wem über welchen Dienst sprechen darf, etwa: „Arbeitsplätze dürfen Webseiten im Internet aufrufen“. Trifft keine Regel zu, wird die Verbindung verworfen.[1]
Die Firewall trennt das Netz außerdem in Zonen. Typisch sind Internet, Firmennetz, Gäste-WLAN und ein Bereich für Server, die von außen erreichbar sein müssen. Zwischen den Zonen gelten unterschiedlich strenge Regeln. In vielen Unternehmen ist die Firewall zugleich der Zugangspunkt für VPN-Verbindungen aus dem Homeoffice.
Arten von Firewalls
| Art | Was sie prüft | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Paketfilter | Absender, Empfänger und Port jedes Datenpakets | einfache Router, Zugangsregeln im Netz |
| Stateful Inspection | zusätzlich, ob ein Paket zu einer bestehenden Verbindung gehört | Standard bei jeder heutigen Firewall |
| Application-Level-Gateway (Proxy) | den Inhalt einzelner Anwendungen, z. B. Webzugriffe | besonders schützenswerte Netze |
| Next-Generation Firewall (NGFW) / UTM | Anwendungen, Nutzer, Angriffsmuster, oft auch verschlüsselte Verbindungen | Standard für Unternehmensnetze |
| Host-Firewall | Verbindungen eines einzelnen Rechners | auf jedem Notebook und Server, zusätzlich |
Die ersten drei Techniken beschreibt das US-Standardisierungsinstitut NIST als Grundformen der Firewall.[1] Heutige Unternehmens-Firewalls kombinieren sie in einem Gerät.
Beispiel aus der Praxis
Eine Zahnarztpraxis mit acht Arbeitsplätzen trennt ihr Netz in vier Zonen: Praxisverwaltung, Geräte wie Röntgen und Kamera, Telefonie und Gäste-WLAN. Das Gäste-WLAN darf nur ins Internet, nie ins Praxisnetz. Die Röntgengeräte dürfen nur mit dem Praxisserver sprechen. Der Hersteller der Praxissoftware wartet über eine VPN-Verbindung, nicht über eine offene Portfreigabe. So bleibt ein Angriff auf ein Gerät auf seine Zone begrenzt.
Firewall vs. Antivirenprogramm
| Firewall | Antivirenprogramm / EDR | |
|---|---|---|
| Wo arbeitet es? | am Übergang zwischen Netzen | auf dem einzelnen Rechner |
| Was prüft es? | Verbindungen | Dateien und Verhalten von Programmen |
| Schützt vor … | unerwünschten Zugriffen von außen und zwischen Zonen | Schadsoftware, die bereits auf dem Rechner ist |
Beides ergänzt sich. Eine Phishing-Mail mit Schadsoftware erreicht den Rechner über eine erlaubte Verbindung; dort muss der Endpunktschutz greifen.
Kurz gesagt
Eine Firewall kontrolliert anhand von Regeln, welche Verbindungen zwischen Internet und Firmennetz und zwischen einzelnen Netzbereichen erlaubt sind. Alles andere blockiert sie. Wirksam ist sie nur mit einem knappen Regelwerk, aktueller Software und sinnvoll getrennten Zonen.