Wie funktioniert Managed Backup?
Der Dienstleister installiert eine Backup-Software, die Server, Arbeitsplätze und Cloud-Dienste nach einem festen Zeitplan sichert. Die Sicherungen landen meist zuerst auf einem lokalen Speicher, etwa einem NAS, und werden dann an einen zweiten Ort kopiert, zum Beispiel in ein Rechenzentrum.
Jeder Sicherungslauf meldet sein Ergebnis an ein zentrales Monitoring. Schlägt eine Sicherung fehl, sieht das der Dienstleister am nächsten Morgen und behebt die Ursache, bevor eine Lücke entsteht. Dazu kommen regelmäßige Wiederherstellungstests und ein Bericht an das Unternehmen.
Das BSI nennt Backups die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Ransomware. Mindestens eine Kopie soll offline gesichert und nach dem Backup von den übrigen Systemen getrennt werden; die Wiederherstellung soll regelmäßig geübt werden.[1] Auch die DSGVO verlangt die Fähigkeit, Daten nach einem technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen.[2]
Was ein Managed-Backup-Vertrag regeln sollte
| Punkt | Frage, die der Vertrag beantwortet |
|---|---|
| Umfang | Welche Server, Arbeitsplätze und Cloud-Dienste werden gesichert? |
| Häufigkeit (RPO) | Wie viele Stunden Arbeit dürfen im schlimmsten Fall verloren gehen? |
| Wiederherstellungszeit (RTO) | Wie schnell muss ein System wieder laufen? |
| Speicherorte | Wo liegen die Kopien, und welche ist vom Netz getrennt? |
| Aufbewahrung | Wie lange werden ältere Stände aufgehoben? |
| Tests | Wie oft wird eine Wiederherstellung getestet und dokumentiert? |
| Berichte | Was erfährt das Unternehmen, und wie oft? |
| Datenschutz | Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und wo stehen die Rechenzentren? |
Die bekannte 3-2-1-Regel ist ein guter Maßstab für die Speicherorte: drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Speichermedien, eine davon außerhalb des Unternehmens.
Beispiel aus der Praxis
Eine Rechtsanwaltskanzlei mit zwölf Arbeitsplätzen sichert ihren Server jede Nacht vollständig auf ein NAS im Büro. So lässt sich ein Server an einem Vormittag wiederherstellen. Die Aktenablage wird zusätzlich stündlich gesichert; verloren gehen höchstens eine Stunde Arbeit. Eine Kopie geht jede Nacht in ein deutsches Rechenzentrum und kann dort für 30 Tage nicht verändert oder gelöscht werden. Einmal im Quartal stellt der Dienstleister testweise eine komplette Akte und einen Server wieder her und dokumentiert das Ergebnis.
Managed Backup vs. Cloud-Backup
| Managed Backup | Cloud-Backup | |
|---|---|---|
| Was ist es? | ein Dienst: Einrichtung, Überwachung, Tests | ein Speicherort für Sicherungen |
| Wer kümmert sich? | der Dienstleister | meist das Unternehmen selbst |
| Speicherorte | lokal und extern kombiniert | im Rechenzentrum des Anbieters |
| Wiederherstellung | wird regelmäßig getestet | muss selbst geprüft werden |
Ein Cloud-Backup kann Teil eines Managed Backup sein. Der Unterschied liegt in der Verantwortung, nicht im Speicherort.
Kurz gesagt
Beim Managed Backup übernimmt ein Dienstleister die komplette Datensicherung: Einrichtung, tägliche Überwachung, Fehlerbehebung und regelmäßige Wiederherstellungstests. Das Unternehmen legt fest, wie viel Datenverlust und Ausfallzeit tragbar sind. Eine vom Netz getrennte Kopie schützt dabei vor Ransomware.