Was ist ein VPN?

Ein VPN (Virtual Private Network) ist eine verschlüsselte Verbindung über ein öffentliches Netz wie das Internet. Im Unternehmen verbindet es Mitarbeitende im Homeoffice oder ganze Standorte so mit dem Firmennetz, als wären sie vor Ort. Dritte können die übertragenen Daten dabei weder mitlesen noch unbemerkt verändern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein VPN baut einen verschlüsselten Tunnel zwischen zwei Endpunkten über das Internet auf.
  • Ein Client-VPN verbindet einzelne Geräte, ein Site-to-Site-VPN verbindet ganze Standorte.
  • Standardbasierte Protokolle wie IPsec sind proprietären Lösungen vorzuziehen.
  • Der VPN-Zugang ist ein beliebtes Angriffsziel und braucht zeitnahe Updates und Multi-Faktor-Anmeldung.
  • Ein VPN schützt die Verbindung, nicht das Gerät am anderen Ende.

Wie funktioniert ein VPN?

Auf dem Notebook läuft ein VPN-Programm, der sogenannte Client. Er meldet sich am VPN-Gateway im Büro an, meist der Firewall. Beide Seiten handeln Schlüssel aus, häufig über das Protokoll IKE, und verschlüsseln danach jeden Datenverkehr zwischen sich.[1] Der Tunnel schützt so die Kommunikation über ein öffentliches Netz, etwa das heimische WLAN oder ein Hotelnetz.[1]

Ist die Verbindung aufgebaut, bekommt das Notebook eine Adresse im Firmennetz. Dateiserver, Branchensoftware oder die Telefonanlage sind dann erreichbar wie am Arbeitsplatz. Welche Dienste genau, legt die Firewall fest.

Arten von VPNs

ArtVerbindetTypischer Einsatz
Client-VPN (Remote Access)ein Gerät mit dem FirmennetzHomeoffice, Außendienst, Fernwartung
Site-to-Site-VPNzwei Netze dauerhaft miteinanderFiliale, Lager oder zweiter Standort
Anbieter-VPN aus dem App-Storeein Gerät mit dem Server eines AnbietersPrivatnutzung; ersetzt keinen Firmenzugang

Bei den Protokollen ist IPsec mit IKE der verbreitete Standard für Firmen-VPNs; daneben gibt es SSL/TLS-VPNs und WireGuard. Die US-Behörden NSA und CISA raten, standardbasierte statt proprietärer Lösungen zu wählen. Wird ein SSL/TLS-VPN eingesetzt, sollte mindestens TLS 1.2 erzwungen werden.[2]

Ein VPN sicher betreiben

Das VPN-Gateway ist direkt aus dem Internet erreichbar und deshalb ein bevorzugtes Ziel. Bekannte Schwachstellen in VPN-Geräten werden teils innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden ausgenutzt.[2] Die wichtigsten Maßnahmen laut NSA und CISA:[2]

  1. Sicherheitsupdates des Herstellers sofort einspielen und nach einem Vorfall Zugangsdaten und Schlüssel erneuern.
  2. Anmeldung mit Zertifikat oder einem zweiten Faktor, nicht nur mit Passwort.
  3. Alle Funktionen abschalten, die nicht zum VPN gehören, etwa eine Web-Verwaltung von außen.
  4. Über das VPN nur die Dienste freigeben, die wirklich gebraucht werden.

Für Unternehmen unter NIS2 sind Multi-Faktor-Authentifizierung und gesicherte Kommunikation ausdrücklich Teil der Pflichtmaßnahmen.[3]

Beispiel aus der Praxis

Eine Unternehmensberatung mit 15 Mitarbeitenden arbeitet an zwei Tagen pro Woche im Homeoffice. Die Firewall im Büro ist das VPN-Gateway, die Notebooks nutzen einen IPsec-Client. Angemeldet wird mit einem Gerätezertifikat plus Bestätigung in einer Authenticator-App. Über das VPN erreichbar sind nur der Dateiserver und die Telefonanlage für das Softphone; Drucker und Verwaltungsoberflächen bleiben gesperrt. Engpass ist am Anfang der Upload des Büroanschlusses: Er bestimmt, wie schnell Dateien im Homeoffice ankommen. Nach dem Wechsel auf Glasfaser ist das Problem behoben.

VPN vs. Zero Trust

VPNZero Trust
Grundideewer angemeldet ist, ist im Netzjeder Zugriff wird einzeln geprüft
Zugriffauf freigegebene Netzbereichenur auf die einzelne Anwendung
Typisch fürZugriff auf Server im BüroCloud-Anwendungen und große Umgebungen

Im Mittelstand ergänzen sich beide: Ein gut eingeschränktes VPN mit Multi-Faktor-Anmeldung setzt bereits zentrale Zero-Trust-Gedanken um.

Kurz gesagt

Ein VPN verbindet Geräte oder Standorte verschlüsselt über das Internet mit dem Firmennetz. Es schützt die Übertragung, nicht das Gerät. Sicher ist es nur mit aktuellen Updates, Multi-Faktor-Anmeldung und Freigaben, die auf das Nötige beschränkt sind.

Weiterlesen: VPN fürs Homeoffice einrichten, Netzwerk im Büro absichern, MFA oder Passwortmanager?

Häufige Fragen

Brauche ich für das Homeoffice zwingend ein VPN?

Für Server und Programme im Büro ja, oder einen anderen abgesicherten Fernzugang. Cloud-Dienste wie Microsoft 365 sind dagegen direkt über verschlüsselte Verbindungen erreichbar.

Taugt ein VPN aus dem App-Store für Firmen?

Nein. Solche Dienste leiten den Datenverkehr über die Server eines Anbieters ins Internet. Ins Firmennetz führen sie nicht.

Macht ein VPN die Verbindung langsamer?

Die Verschlüsselung kostet etwas Bandbreite. Meist ist aber der Upload des Büroanschlusses der Engpass, weil alle Daten aus dem Homeoffice darüber laufen.

Welches VPN-Protokoll ist zu empfehlen?

Standardbasierte Verfahren wie IPsec mit IKE. Bei SSL/TLS-VPNs sollte mindestens TLS 1.2 erzwungen werden.[2]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. National Institute of Standards and Technology: NIST Revises Guide to IPsec VPNs: SP 800-77 Revision 1, Juni 2020. Abgerufen am 02.11.2026.
  2. National Security Agency und Cybersecurity and Infrastructure Security Agency: Selecting and Hardening Remote Access VPN Solutions, September 2021. Abgerufen am 02.11.2026.
  3. § 30 BSI-Gesetz – Risikomanagementmaßnahmen, Abs. 2 Nr. 10. Abgerufen am 02.11.2026.