Was ist Ransomware?

Ransomware ist Schadsoftware, die die Daten eines Unternehmens verschlüsselt und erst gegen Lösegeld wieder freigeben soll. Häufig kopieren die Angreifer vorher vertrauliche Daten und drohen zusätzlich mit deren Veröffentlichung. Ein Angriff kann den gesamten Betrieb für Tage oder Wochen lahmlegen; der wichtigste Schutz sind getrennte, getestete Backups.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ransomware verschlüsselt Daten und Systeme und erpresst Lösegeld für die Freigabe.
  • Oft werden Daten vorher gestohlen und mit Veröffentlichung gedroht.
  • Einfallstore sind meist ungepatchte Systeme, schwach geschützte Fernzugänge und Phishing-Mails.
  • Das BSI nennt Backups die wichtigste Schutzmaßnahme, mit mindestens einer Offline-Kopie.
  • Für den Ernstfall braucht es einen Notfallplan, der auch ohne das eigene Netz funktioniert.

Wie läuft ein Ransomware-Angriff ab?

  1. Eindringen: über eine ungepatchte Schwachstelle in Firewall oder VPN, ein erbeutetes Passwort für einen Fernzugang oder eine Phishing-Mail.
  2. Ausbreiten: Die Angreifer verschaffen sich Administratorrechte und erkunden das Netz, oft über Tage unbemerkt.
  3. Daten stehlen: Vertrauliche Daten werden kopiert, um zusätzlich mit Veröffentlichung zu drohen.
  4. Backups angreifen: Erreichbare Sicherungen werden gelöscht oder mitverschlüsselt.
  5. Verschlüsseln und erpressen: Server und Arbeitsplätze werden verschlüsselt, eine Lösegeldforderung erscheint.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen

Das BSI hat die wirksamsten Maßnahmen gegen Ransomware zusammengestellt:[1][2]

MaßnahmeWas konkret
UpdatesSicherheitsupdates sofort einspielen, vor allem für Firewall, VPN und andere von außen erreichbare Systeme
Fernzugängenur über VPN mit zweitem Faktor
E-MailMakros deaktivieren, Anhänge filtern, Mitarbeitende schulen
Administratorkontenimmer mit Multi-Faktor-Authentisierung, getrennt vom Alltagskonto
Netzsegmentierungbegrenzt, wie weit sich eine Infektion ausbreitet
Backupsmindestens eine Kopie offline, Wiederherstellung regelmäßig testen
Notfallplanungalternative Kommunikationswege und Kontakte auf Papier

Das BSI bezeichnet Backups als die wichtigste Schutzmaßnahme. Mindestens eine Kopie soll offline und getrennt von den übrigen Systemen liegen; vor einer Wiederherstellung ist zu prüfen, ob die Sicherung selbst schon infiziert ist.[2]

Was im Ernstfall zu tun ist

  1. Betroffene Systeme vom Netz trennen, aber nicht ausschalten, damit Spuren erhalten bleiben.
  2. Den IT-Dienstleister und gegebenenfalls einen Spezialisten für Vorfallsbehandlung einschalten.
  3. Über einen Kanal außerhalb des Firmennetzes kommunizieren, etwa private Handys.
  4. Meldepflichten prüfen: bei Datenschutzverletzungen an die Datenschutzaufsicht, möglichst binnen 72 Stunden[3], bei NIS2-Unternehmen zusätzlich die Erstmeldung beim BSI binnen 24 Stunden.[4]
  5. Anzeige bei der Polizei erstatten; die Landeskriminalämter haben dafür Ansprechstellen für Cybercrime.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger stellt an einem Montagmorgen fest, dass Server und Dateiablage verschlüsselt sind. Eingedrungen waren die Angreifer über einen Fernwartungszugang ohne zweiten Faktor. Die Backups auf dem NAS im selben Netz sind ebenfalls verschlüsselt. Gerettet wird der Betrieb durch eine Kopie, die jede Nacht in ein Rechenzentrum geht und dort 30 Tage lang nicht verändert werden kann. Nach drei Tagen laufen die wichtigsten Systeme wieder; ein Lösegeld wird nicht gezahlt.

Kurz gesagt

Ransomware verschlüsselt Unternehmensdaten und erpresst Lösegeld, oft verbunden mit Datendiebstahl. Die wirksamsten Gegenmaßnahmen sind schnelle Updates, Fernzugänge mit zweitem Faktor, geschulte Mitarbeitende und vor allem Offline-Backups, deren Wiederherstellung regelmäßig getestet wird.

Weiterlesen: Ransomware-Schutz: Was Unternehmen wirklich schützt, Cyberangriff auf die Firma verhindern, Server-Ausfall: Notfallplan für die Firma

Häufige Fragen

Sollte man das Lösegeld zahlen?

Davon raten Behörden grundsätzlich ab. Eine Zahlung garantiert weder die Entschlüsselung noch, dass gestohlene Daten gelöscht werden, und sie finanziert weitere Angriffe.

Schützt ein Backup auf dem NAS vor Ransomware?

Nur, wenn es nicht dauerhaft mit dem Netz verbunden ist. Das BSI empfiehlt mindestens eine Offline-Kopie, die nach dem Backup getrennt wird.[2]

Muss ich einen Ransomware-Angriff melden?

Sind personenbezogene Daten betroffen, in der Regel bei der Datenschutzaufsicht, möglichst binnen 72 Stunden.[3] Unternehmen unter NIS2 melden erhebliche Vorfälle zusätzlich beim BSI.[4]

Wie kommen Angreifer meistens ins Netz?

Über ungepatchte Systeme, Fernzugänge ohne zweiten Faktor und Phishing-Mails. Genau dort setzen die wichtigsten BSI-Maßnahmen an.[1]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Top 10 Ransomware-Maßnahmen. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Maßnahmenkatalog Ransomware, Version 1.0, Februar 2022. Abgerufen am 05.11.2026.
  3. IHK Schwerin: Melde- und Benachrichtigungspflichten nach Art. 33 und 34 DSGVO. Abgerufen am 05.11.2026.
  4. § 32 BSI-Gesetz – Meldepflichten, Abs. 1. Abgerufen am 05.11.2026.