Was bedeuten Glasfaser, FTTH und FTTB?

Ein Glasfaseranschluss überträgt Daten mit Licht über Glasfaserkabel und ermöglicht sehr hohe Bandbreiten, oft mit gleichem Download und Upload, und niedrige Latenz. Wie weit die Glasfaser reicht, unterscheiden die Kürzel: FTTH bis in das Gebäude oder die Wohnung, FTTB bis in den Keller eines Mehrfamilienhauses, FTTC nur bis zum Verteilerkasten an der Straße.

Das Wichtigste in Kürze

  • Glasfaser überträgt Daten mit Licht, schnell und störungsarm.
  • FTTH: Glasfaser bis ins Gebäude bzw. die Einheit.
  • FTTB: bis zum Hausübergabepunkt, im Haus weiter über andere Leitungen.
  • FTTC/VDSL: nur bis zum Verteilerkasten, im letzten Stück Kupfer.
  • Geschäftskunden-Anschlüsse bieten oft symmetrische Raten und kurze Entstörzeiten.

Die Anschlussarten im Vergleich

Die Bundesnetzagentur grenzt die Technologien für den Breitbandatlas so ab:[1]

KürzelGlasfaser endetLetzter Abschnitt
FTTHim Gebäude des Einfamilienhauses, Unternehmensstandorts oder der Wohnungkeiner
FTTBam Hausübergabepunkt eines Mehrfamilienhauses, etwa im KellerInhouse-Verkabelung: Kupfer, Koax, Ethernet oder Funk
FTTC (VDSL)am Kabelverzweiger oder MultifunktionsgehäuseKupferdoppelader
Kabel (DOCSIS)außerhalb des Gebäudes, etwa an einem NetzknotenKoaxialkabel

Vorteile für Unternehmen

VorteilBedeutung
hohe Bandbreiteauch für viele Nutzer und Cloud-Arbeit
hoher UploadCloud-Backup, Videokonferenzen, Fernzugriff
niedrige Latenzbessere Telefonie und Videokonferenzen
störungsarmkeine Dämpfung durch lange Kupferleitungen
zukunftssicherBandbreite lässt sich ohne neue Leitung erhöhen

Worauf Sie beim Vertrag achten sollten

  1. Upload: symmetrisch oder deutlich höher als bei Kupfer?
  2. Entstörzeit: Geschäftskunden-Tarife bieten garantierte Reaktionszeiten.
  3. Statische IP-Adresse: für VPN und eigene Dienste oft nötig.
  4. Hausanschluss: Wer bezahlt die Leitung ins Gebäude, wie lange dauert der Ausbau?
  5. Ausfallsicherheit: zweite Leitung oder Mobilfunk als Reserve für kritische Betriebe.

Beispiel aus der Praxis

Ein Maschinenbauer in einem Gewerbegebiet hat VDSL mit 100 Mbit/s Download und 40 Mbit/s Upload. Für Cloud-Backup und Videokonferenzen mit Kunden reicht das nicht mehr. Der Betrieb lässt sich im Rahmen des örtlichen Ausbaus per FTTH anschließen und bucht einen Geschäftskunden-Tarif mit 500 Mbit/s symmetrisch, statischer IP und Entstörung binnen acht Stunden. Als Reserve bleibt der VDSL-Anschluss bestehen.

Kurz gesagt

Glasfaser bietet hohe, oft symmetrische Bandbreiten und niedrige Latenz. FTTH reicht bis ins Gebäude, FTTB bis zum Hausübergabepunkt, FTTC nur bis zum Verteiler. Für Unternehmen sind Upload, Entstörzeit und statische IP oft wichtiger als der reine Download.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FTTH und FTTB?

Bei FTTH reicht die Glasfaser bis ins Gebäude bzw. die Einheit, bei FTTB nur bis zum Hausübergabepunkt; im Haus geht es dann über andere Leitungen weiter.[1]

Ist VDSL schon Glasfaser?

Nur bis zum Verteilerkasten. Das letzte Stück ist Kupfer, deshalb sind Bandbreite und vor allem Upload begrenzt.[1]

Brauche ich als Unternehmen einen Geschäftskunden-Tarif?

Für kurze Entstörzeiten, statische IP und vertraglich zugesicherte Leistung in der Regel ja.

Lohnt sich eine zweite Leitung?

Für Betriebe, die ohne Internet nicht arbeiten können, ja, idealerweise über eine andere Technik oder einen anderen Anbieter.

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Bundesnetzagentur, Gigabit-Grundbuch: Technologien Breitbandatlas – Definitionen und gültige Übertragungsbandbreiten, August 2026. Abgerufen am 05.11.2026.