Was ist Multi-Faktor-Authentifizierung?

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist eine Anmeldung, bei der neben dem Passwort mindestens ein weiterer, unabhängiger Nachweis verlangt wird, etwa ein Code aus einer App, ein Sicherheitsschlüssel oder ein Fingerabdruck. Ein gestohlenes Passwort allein reicht Angreifern dann nicht mehr, um sich anzumelden. Die häufigste Form ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Das Wichtigste in Kürze

  • MFA kombiniert mindestens zwei Faktoren: Wissen, Besitz oder ein Körpermerkmal.
  • Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr für eine Anmeldung.
  • Am sichersten sind phishing-resistente Verfahren wie Sicherheitsschlüssel und Passkeys.
  • Fernzugänge und Administratorkonten sollten immer mit MFA geschützt sein.
  • Für Unternehmen unter NIS2 ist MFA ausdrücklich Teil der Pflichtmaßnahmen.

Wie funktioniert MFA?

Ein Faktor ist eine Art von Nachweis. Unterschieden werden drei Arten: etwas, das man weiß (Passwort, PIN), etwas, das man besitzt (Smartphone, Sicherheitsschlüssel), und etwas, das man ist (Fingerabdruck, Gesicht). MFA verlangt mindestens zwei verschiedene Arten. Zwei Passwörter hintereinander sind deshalb keine MFA.

Verfahren im Vergleich

VerfahrenSicherheitHinweis
SMS-Codegeringkann abgefangen oder umgeleitet werden
Einmalcode aus einer App (TOTP)mittelCode kann auf einer gefälschten Seite abgegriffen werden
Push-Bestätigungmittelanfällig für „MFA-Müdigkeit“ durch wiederholte Anfragen
Push mit ZahlenabgleichgutCISA nennt es eine der besten Zwischenlösungen[1]
Sicherheitsschlüssel (FIDO2) oder Passkeyhochphishing-resistent, da an die echte Webseite gebunden[1]

Die US-Behörde CISA rät allen Organisationen dringend zu phishing-resistenter MFA. Wo das nicht sofort möglich ist, soll zumindest Zahlenabgleich bei Push-Bestätigungen eingesetzt werden.[1]

Wo MFA Pflicht sein sollte

Das BSI empfiehlt, Fernzugänge nur über VPN mit zweitem Faktor zu betreiben und privilegierte Konten immer mit Multi-Faktor-Authentisierung zu schützen.[2] Für Unternehmen unter NIS2 gehören Multi-Faktor-Authentifizierung und gesicherte Kommunikation ausdrücklich zu den Pflichtmaßnahmen.[3] Unsere Reihenfolge für den Mittelstand:

  1. VPN, Fernwartung und Remote-Desktop
  2. Administratorkonten und das Konto des IT-Dienstleisters
  3. Microsoft 365 bzw. E-Mail für alle Mitarbeitenden
  4. Online-Banking, Buchhaltung und Lohnabrechnung
  5. Alle übrigen Cloud-Dienste

Beispiel aus der Praxis

Bei einer Rechtsanwaltskanzlei mit zwölf Mitarbeitenden gibt eine Kollegin ihr Microsoft-365-Passwort auf einer gefälschten Anmeldeseite ein. Am selben Abend versuchen sich Angreifer aus dem Ausland damit anzumelden. Weil MFA mit Zahlenabgleich aktiv ist, erscheint auf ihrem Handy eine Anfrage mit einer Zahl, die sie nicht kennt. Sie lehnt ab und meldet es. Das Passwort wird geändert, die Angreifer kommen nicht ins Postfach. Ohne MFA hätten sie Zugriff auf Mandantenkorrespondenz gehabt.

MFA vs. Passwortmanager

Beide ergänzen sich. Ein Passwortmanager sorgt für lange, einzigartige Passwörter, sodass ein Datenleck bei einem Dienst nicht alle anderen gefährdet. MFA sorgt dafür, dass ein gestohlenes Passwort allein nicht reicht. Am besten nutzt man beides.

Kurz gesagt

MFA verlangt neben dem Passwort einen zweiten, unabhängigen Nachweis und macht gestohlene Passwörter weitgehend wertlos. Am sichersten sind Sicherheitsschlüssel und Passkeys; Push-Bestätigung mit Zahlenabgleich ist eine gute Zwischenlösung. Fernzugänge, Administratorkonten und E-Mail sollten zuerst geschützt werden.

Weiterlesen: MFA oder Passwortmanager im Unternehmen?, VPN fürs Homeoffice einrichten, Mitarbeiter gegen Phishing sensibilisieren

Häufige Fragen

Ist SMS als zweiter Faktor noch sicher genug?

Besser als kein zweiter Faktor, aber das schwächste Verfahren. Wo möglich, sollten App mit Zahlenabgleich, Sicherheitsschlüssel oder Passkeys genutzt werden.[1]

Was ist phishing-resistente MFA?

Verfahren wie FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Passkeys, die an die echte Webseite gebunden sind. Auf einer gefälschten Seite funktionieren sie nicht.[1]

Was ist der Unterschied zwischen 2FA und MFA?

2FA ist die Form von MFA mit genau zwei Faktoren. MFA ist der Oberbegriff für zwei oder mehr Faktoren.

Was passiert, wenn das Handy verloren geht?

Dafür braucht es vorab ein Verfahren: Ersatzcodes, einen zweiten Faktor oder eine Zurücksetzung durch die IT nach Identitätsprüfung.

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Cybersecurity and Infrastructure Security Agency: CISA Releases Guidance on Phishing-Resistant and Numbers Matching Multifactor Authentication, Oktober 2022. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Top 10 Ransomware-Maßnahmen. Abgerufen am 05.11.2026.
  3. § 30 BSI-Gesetz – Risikomanagementmaßnahmen, Abs. 2 Nr. 10. Abgerufen am 05.11.2026.