Was ist Active Directory?

Active Directory (AD) ist der Verzeichnisdienst von Microsoft für Firmennetze. Er verwaltet zentral Benutzer, Computer, Gruppen und Rechte, steuert die Anmeldung an Arbeitsplätzen und Servern und verteilt Einstellungen per Gruppenrichtlinie. Weil AD über den Zugang zu fast allem entscheidet, ist es eines der wichtigsten Angriffsziele.

Das Wichtigste in Kürze

  • Active Directory verwaltet Benutzer, Computer, Gruppen und Rechte zentral.
  • Es steuert die Anmeldung im Firmennetz.
  • Gruppenrichtlinien verteilen Einstellungen auf alle Geräte.
  • Entra ID ist das Cloud-Gegenstück für Microsoft 365.
  • Wer AD kontrolliert, kontrolliert das ganze Netz.

Was Active Directory tut

FunktionBeispiel
Anmeldungein Konto für PC, Server, Drucker, WLAN
Benutzer und GruppenAbteilung Buchhaltung, Geschäftsführung
Rechtewer welche Ordner sehen darf
GruppenrichtlinienBildschirmsperre, Laufwerke, Sicherheitseinstellungen
Computerverwaltungwelche Geräte zur Domäne gehören

Die Server, auf denen AD läuft, heißen Domänencontroller.

Active Directory und Entra ID

Active DirectoryMicrosoft Entra ID
Ortim eigenen Netz, auf DomänencontrollernCloud-Dienst von Microsoft
ZweckAnmeldung an PCs, Servern, lokalen DienstenAnmeldung an Microsoft 365 und Cloud-Diensten
Kombinationbeide werden oft synchronisiert (hybride Identität)

Kleinere Unternehmen ohne eigene Server arbeiten zunehmend nur noch mit Entra ID.

Warum AD ein Hauptziel ist

Behörden aus Australien, den USA, Kanada, Großbritannien und Neuseeland beschreiben Active Directory als die weltweit am häufigsten genutzte Lösung für Anmeldung und Berechtigungen in Firmennetzen; seine zentrale Rolle macht es zu einem wertvollen Ziel, und die großzügigen Standardeinstellungen machen es anfällig.[1] Zu ihren wichtigsten Empfehlungen gehören:[1]

  1. Privilegierte Konten auf wenige Personen begrenzen und regelmäßig prüfen.
  2. Administratorkonten nicht auf normalen Arbeitsplätzen verwenden (Stufenmodell).
  3. Eindeutige, verwaltete Passwörter für lokale Administratoren, etwa mit LAPS.
  4. Lange Passwörter oder verwaltete Dienstkonten für Dienste.
  5. Domänencontroller härten und nur für AD nutzen.
  6. Protokolle der Domänencontroller zentral sammeln und auswerten.
  7. Backups der Domänencontroller verschlüsseln und streng schützen.

Beispiel aus der Praxis

Bei einer Prüfung eines Maschinenbauers zeigt sich: Zwölf Konten sind Domänen-Administrator, darunter zwei ehemalige Auszubildende und ein Dienstkonto mit einem Passwort aus dem Jahr 2015. Der Dienstleister reduziert die Administratoren auf drei persönliche Konten mit zweitem Faktor, ersetzt das Dienstkonto durch ein verwaltetes Dienstkonto und richtet für die lokalen Administratorkennwörter LAPS ein.

Kurz gesagt

Active Directory verwaltet Benutzer, Geräte und Rechte im Firmennetz und entscheidet über den Zugang zu fast allem. Deshalb ist es ein Hauptziel von Angreifern; wenige, gut geschützte Administratorkonten und gehärtete Domänencontroller sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Weiterlesen: Netzwerksicherheit für Firmen, MFA oder Passwortmanager?

Häufige Fragen

Brauche ich Active Directory?

Wenn Sie eigene Windows-Server und viele Arbeitsplätze im Netz betreiben, meist ja. Reine Cloud-Umgebungen kommen mit Entra ID aus.

Was ist der Unterschied zu Entra ID?

AD läuft im eigenen Netz, Entra ID ist der Cloud-Dienst für Microsoft 365. Beide lassen sich synchronisieren.

Warum greifen Angreifer AD an?

Weil es über Anmeldung und Rechte im gesamten Netz entscheidet. Wer es übernimmt, kommt an alle Systeme.[1]

Wie viele Domänen-Administratoren sind sinnvoll?

So wenige wie möglich, in kleinen Unternehmen meist zwei bis drei persönliche Konten, die nicht für den Alltag genutzt werden.[1]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Australian Signals Directorate, CISA, NSA u. a.: Detecting and Mitigating Active Directory Compromises, September 2024. Abgerufen am 05.11.2026.