Was ist eine Hybrid Cloud?

Eine Hybrid Cloud ist die Kombination aus eigener IT im Haus oder in einer privaten Cloud und Diensten aus einer öffentlichen Cloud, die so verbunden sind, dass Daten und Anwendungen zwischen ihnen genutzt werden können. Im Mittelstand heißt das meist: Branchensoftware und große Datenmengen lokal, E-Mail, Zusammenarbeit und Backup in der Cloud.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hybrid Cloud verbindet eigene IT und öffentliche Cloud-Dienste.
  • Jeder Dienst läuft dort, wo er am besten passt.
  • Typisch: Branchensoftware lokal, E-Mail und Teams in der Cloud.
  • Gemeinsame Identität und Sicherheit sind entscheidend.
  • Verantwortung ist zwischen Unternehmen und Anbietern geteilt.

Definition

Das NIST beschreibt eine hybride Cloud als Zusammensetzung aus zwei oder mehr eigenständigen Cloud-Infrastrukturen, privat, gemeinschaftlich oder öffentlich, die durch Technik verbunden sind, die die Übertragbarkeit von Daten und Anwendungen ermöglicht.[1] In der Praxis des Mittelstands wird der Begriff weiter gefasst und meint die Kombination aus eigenen Servern und Cloud-Diensten.

Typische Aufteilung

Lokal (On-Premises)Cloud
Branchensoftware ohne Cloud-VersionE-Mail, Kalender (Exchange Online)
große CAD- oder MediendateienTeams, Zusammenarbeit
Maschinensteuerung, ProduktionDateiablage für Büro (SharePoint, OneDrive)
schneller lokaler ZugriffCloud-Backup als Kopie außer Haus
Telefonie (Cloud-Telefonanlage)

Was eine Hybrid Cloud braucht

  1. Gemeinsame Identität: ein Konto für lokal und Cloud, etwa durch Synchronisation von Active Directory mit Entra ID.
  2. Einheitliche Sicherheit: zweiter Faktor, Geräteverwaltung, Überwachung über beide Welten.
  3. Zuverlässige Anbindung: ausreichende Bandbreite, bei Bedarf zweite Leitung.
  4. Backup für beide Seiten: lokale Server und Cloud-Daten.
  5. Klare Verantwortung: Auch in der Cloud bleibt das Unternehmen für Daten, Konten und Zugriffsrechte verantwortlich.[2]

Beispiel aus der Praxis

Ein Ingenieurbüro betreibt seine CAD-Daten auf einem lokalen Server, weil die Pläne über die Leitung zu groß wären. E-Mail, Teams und die Büroablage laufen in Microsoft 365, die Telefonie über eine Cloud-Telefonanlage. Die Anmeldung ist einheitlich, weil das lokale AD mit Entra ID synchronisiert ist. Der lokale Server wird nachts in ein deutsches Rechenzentrum gesichert, die Microsoft-365-Daten mit einem eigenen Cloud-Backup.

Kurz gesagt

Eine Hybrid Cloud kombiniert eigene IT mit Cloud-Diensten, sodass jeder Dienst dort läuft, wo er am besten passt. Entscheidend sind eine gemeinsame Identität, einheitliche Sicherheit, eine gute Anbindung und Backups für beide Seiten.

Weiterlesen: Lokaler Server oder Cloud?, MSP oder Systemhaus?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hybrid Cloud und Multi-Cloud?

Hybrid kombiniert eigene IT mit Cloud. Multi-Cloud nutzt mehrere öffentliche Cloud-Anbieter nebeneinander.

Ist Hybrid Cloud nur eine Übergangslösung?

Für manche Unternehmen ja, für viele dauerhaft sinnvoll, etwa wenn große Daten oder Maschinen vor Ort bleiben müssen.

Woher kommt die Definition?

Aus der Cloud-Definition des NIST, SP 800-145.[1]

Wer ist in der Cloud für die Daten verantwortlich?

Das Unternehmen selbst. Der Anbieter betreibt die Dienste, Daten, Konten und Zugriffsrechte bleiben in Ihrer Verantwortung.[2]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. National Institute of Standards and Technology: SP 800-145 – The NIST Definition of Cloud Computing, September 2011. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. Microsoft: Shared responsibility in the cloud. Abgerufen am 05.11.2026.