Was ist Direct Routing für Microsoft Teams?

Direct Routing ist eine von Microsoft angebotene Möglichkeit, Microsoft Teams mit dem öffentlichen Telefonnetz zu verbinden. Dabei wird Teams über einen Session Border Controller (SBC) an einen SIP-Trunk eines Telefonieanbieters Ihrer Wahl angebunden. So telefonieren Mitarbeitende in Teams mit ihren bestehenden Rufnummern und zu den Konditionen des gewählten Anbieters.

Das Wichtigste in Kürze

  • Direct Routing verbindet Teams mit einem Telefonieanbieter Ihrer Wahl.
  • Kernstück ist ein Session Border Controller (SBC).
  • Bestehende Rufnummern und Verträge können bleiben.
  • Alternativen: Calling Plan von Microsoft und Operator Connect.
  • Mehr Flexibilität, aber mehr Technik und Betreuung.

Wege, mit Teams ins Telefonnetz

Microsoft bietet mehrere Wege an, Teams Phone mit dem öffentlichen Telefonnetz zu verbinden: Calling Plan von Microsoft, Operator Connect über zertifizierte Anbieter und Direct Routing mit eigenem Anbieter über einen SBC.[1]

WegAnbieterTechnikGeeignet für
Calling PlanMicrosoftkeine eigeneeinfache Einrichtung, wenige Sonderwünsche
Operator Connectzertifizierter Telefonieanbieterbeim Anbietereigener Anbieter ohne eigene Technik
Direct Routingbeliebiger SIP-AnbieterSBC selbst oder gehostetbestehende Verträge, Sonderanforderungen, Anlagenkopplung

Wie Direct Routing funktioniert

  1. Teams sendet Anrufe nach außen an den SBC.
  2. Der SBC übersetzt und schützt die Verbindung zwischen Teams und dem SIP-Trunk.
  3. Der Anbieter stellt das Gespräch ins Fest- oder Mobilfunknetz zu.
  4. Eingehende Anrufe laufen den umgekehrten Weg.

Der SBC kann im eigenen Haus, beim Dienstleister oder als Cloud-Dienst betrieben werden.

Vor- und Nachteile

VorteileNachteile
bestehende Rufnummern und Verträge bleibenSBC muss betrieben und gepflegt werden
freie Wahl des Anbieters und der Tarifemehr Beteiligte bei Störungen
Koppelung mit bestehender Telefonanlage, etwa im Lager oder in der ProduktionEinrichtung aufwendiger
Sonderfälle wie Faxe, Türsprechstellen, AlarmanlagenNotruf-Standorte müssen sauber hinterlegt sein

Beispiel aus der Praxis

Ein Logistikunternehmen will im Büro mit Teams telefonieren, im Lager aber die DECT-Telefone und die Türsprechstelle der bestehenden Anlage behalten. Mit Direct Routing über einen gehosteten SBC laufen Büro und Lager über denselben SIP-Trunk, interne Gespräche zwischen Teams und den DECT-Geräten funktionieren mit kurzen Durchwahlen, und die bestehenden Rufnummern bleiben erhalten.

Kurz gesagt

Direct Routing verbindet Microsoft Teams über einen Session Border Controller mit einem Telefonieanbieter Ihrer Wahl. Es bietet die größte Flexibilität, etwa für bestehende Rufnummern und Anlagenkopplung, verlangt aber mehr Technik und Betreuung als Calling Plan oder Operator Connect.

Weiterlesen: Telefonanlage oder Teams?, Microsoft-Teams-Telefonie: Nachteile

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Direct Routing und Operator Connect?

Bei Operator Connect betreibt ein zertifizierter Anbieter die Technik, bei Direct Routing wird ein eigener oder gehosteter SBC genutzt.[1]

Brauche ich einen SBC?

Ja, für Direct Routing ist ein Session Border Controller erforderlich. Er kann gehostet betrieben werden.

Kann ich meine Rufnummern behalten?

In der Regel ja, entweder beim bisherigen Anbieter oder durch Portierung zum neuen SIP-Trunk-Anbieter.

Lohnt sich Direct Routing für kleine Firmen?

Wenn es keine Sonderanforderungen gibt, sind Calling Plan oder Operator Connect oft einfacher. Direct Routing lohnt sich bei bestehenden Anlagen oder besonderen Wünschen.

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Microsoft Learn: PSTN connectivity options for Teams Phone. Abgerufen am 05.11.2026.