Was ist Virtualisierung?

Virtualisierung bedeutet, dass mehrere Betriebssysteme mit ihren Anwendungen als virtuelle Maschinen auf einer gemeinsamen physischen Hardware laufen. Eine Software, der Hypervisor, teilt Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatten auf und trennt die virtuellen Maschinen voneinander. So lassen sich Server besser auslasten, schneller wiederherstellen und leichter umziehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere virtuelle Server laufen auf einer physischen Hardware.
  • Der Hypervisor verteilt Ressourcen und trennt die Maschinen.
  • Vorteile: bessere Auslastung, schnellere Wiederherstellung, flexible Umzüge.
  • Snapshots und Image-Backups sind einfacher.
  • Der Hypervisor selbst muss besonders geschützt werden.

Wie Virtualisierung funktioniert

Das NIST beschreibt Vollvirtualisierung als Technik, bei der ein oder mehrere Betriebssysteme mit ihren Anwendungen auf virtueller Hardware laufen.[1] Zwischen der echten Hardware und den virtuellen Maschinen sitzt der Hypervisor. Er stellt jeder Maschine einen Anteil an Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicher und Netzwerk bereit.

BegriffBedeutung
Hostdie physische Hardware
HypervisorSoftware, die die virtuellen Maschinen betreibt
Virtuelle Maschine (VM)ein virtueller Server mit eigenem Betriebssystem
Clustermehrere Hosts, zwischen denen VMs wandern können
SnapshotMomentaufnahme einer VM

Vorteile

VorteilBeispiel
Auslastungdrei Server auf einer Hardware statt drei Geräten
Wiederherstellungganze VM aus dem Backup auf jede andere Hardware
NotfallVM im Rechenzentrum des Dienstleisters starten
UpdatesSnapshot vor dem Update, bei Problemen zurück
Umzugneue Hardware ohne Neuinstallation der Server

Sicherheit

Wer den Hypervisor kontrolliert, kontrolliert alle virtuellen Server darauf. Angreifer, die Ransomware einsetzen, verschlüsseln deshalb gezielt Hypervisoren, um mit einem Schlag alle Server lahmzulegen. Wichtig sind:

  1. Hypervisor zeitnah aktualisieren.
  2. Verwaltungszugang nur aus einem eigenen Verwaltungsnetz, mit zweitem Faktor.
  3. Keine Anmeldung am Hypervisor mit normalen Domänenkonten.
  4. Backups der VMs außerhalb des Hypervisors, mit Offline- oder unveränderlicher Kopie.[2]

Beispiel aus der Praxis

Eine Kanzlei ersetzt drei alte Server durch einen Host mit Hypervisor, darauf laufen Dateiserver, Kanzleisoftware und Benutzerverwaltung als VMs. Als ein Jahr später die Hauptplatine des Hosts ausfällt, startet der Dienstleister die VMs aus dem Backup auf einem Ersatzhost im eigenen Rechenzentrum. Nach drei Stunden arbeitet die Kanzlei wieder, bis die Hardware repariert ist.

Kurz gesagt

Virtualisierung lässt mehrere Server als virtuelle Maschinen auf einer Hardware laufen. Sie verbessert Auslastung, Wiederherstellung und Flexibilität, verlangt aber besonderen Schutz des Hypervisors und Backups außerhalb davon.

Weiterlesen: Lokaler Server oder Cloud?, Server-Ausfall: Notfallplan für die Firma

Häufige Fragen

Lohnt sich Virtualisierung für kleine Unternehmen?

Ja, schon ab einem Server. Wiederherstellung und späterer Umzug auf neue Hardware werden deutlich einfacher.

Was ist ein Hypervisor?

Die Software, die auf der Hardware läuft und die virtuellen Maschinen betreibt und voneinander trennt.

Ist ein Snapshot ein Backup?

Nein. Er liegt auf demselben Speicher. Ein Backup muss außerhalb des Hypervisors liegen.

Was ist der Unterschied zur Cloud?

Cloud-Server sind ebenfalls virtualisiert, laufen aber auf der Hardware eines Anbieters.[1]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. National Institute of Standards and Technology: SP 800-125 – Guide to Security for Full Virtualization Technologies, Januar 2011. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Maßnahmenkatalog Ransomware, Version 1.0, Februar 2022. Abgerufen am 05.11.2026.