Was ist MDR?

MDR (Managed Detection and Response) ist eine Sicherheitsdienstleistung: Ein externes Team überwacht die Rechner, Server und oft auch Cloud-Konten eines Unternehmens rund um die Uhr, bewertet Warnmeldungen, sucht aktiv nach Angriffsspuren und greift bei einem Vorfall sofort ein. Technische Grundlage ist meist eine EDR-Software auf allen Geräten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei MDR wertet ein externes Sicherheitsteam die Warnmeldungen rund um die Uhr aus.
  • Das Team kann Geräte isolieren und Angriffe stoppen, auch nachts und am Wochenende.
  • Grundlage ist meist EDR auf allen Rechnern und Servern.
  • Das BSI-Gesetz nennt solche Anbieter Managed Security Service Provider.
  • Wichtig sind klare Absprachen, wer im Ernstfall was entscheidet.

Wie funktioniert MDR?

Auf allen Geräten läuft eine EDR-Software, die verdächtige Vorgänge meldet. Diese Meldungen landen nicht bei Ihnen, sondern in einem Sicherheitszentrum des Anbieters, einem Security Operations Center (SOC). Dort prüfen Analysten jede relevante Meldung: Fehlalarm oder echter Angriff? Bei einem Angriff greifen sie direkt ein, isolieren betroffene Geräte, sperren kompromittierte Konten und informieren Ihre Ansprechpartner.

Zusätzlich suchen die Analysten aktiv nach Spuren, die noch keine Warnung ausgelöst haben. Diese vorausschauende Suche nach Bedrohungen gilt als Kern moderner Erkennung.[1]

Was MDR typischerweise umfasst

LeistungWas dahintersteht
Überwachung rund um die UhrMeldungen werden auch nachts und am Wochenende bewertet
Bewertung und FilterungFehlalarme werden aussortiert, Sie hören nur von echten Vorfällen
SofortmaßnahmenGerät isolieren, Prozess stoppen, Konto sperren
Aktive SucheAnalysten suchen nach Angriffsspuren ohne Warnmeldung
Bericht und Empfehlungwas passiert ist und was künftig zu tun ist

Rechtlicher Rahmen

Das BSI-Gesetz bezeichnet Anbieter, die Unternehmen beim Risikomanagement der Cybersicherheit unterstützen, als Managed Security Service Provider.[2] Unternehmen unter NIS2 müssen Sicherheitsvorfälle bewältigen und erhebliche Vorfälle spätestens 24 Stunden nach Kenntnis erstmals melden.[3][4] Ohne laufende Überwachung ist diese Frist kaum einzuhalten. Da der Anbieter Zugriff auf personenbezogene Daten hat, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig.[5]

Beispiel aus der Praxis

Ein Großhandel mit 60 Arbeitsplätzen nutzt EDR, die Meldungen gehen an einen MDR-Dienst. An einem Samstag um 2 Uhr meldet sich ein Benutzerkonto des Einkaufs von einer unbekannten Adresse an und startet Werkzeuge zur Netzwerkerkundung. Das MDR-Team erkennt den Angriff nach wenigen Minuten, isoliert die betroffenen Rechner, sperrt das Konto und ruft die hinterlegte Notfallnummer an. Am Montag läuft der Betrieb normal; das Passwort war bei einem Phishing-Angriff abgegriffen worden.

MDR vs. EDR

EDRMDR
Was ist es?Software auf den GerätenDienstleistung mit Sicherheitsteam
Wer bewertet die Meldungen?Ihre IT oder Ihr DienstleisterAnalysten des Anbieters rund um die Uhr
Reaktionautomatisch nach Regelnautomatisch plus Eingreifen durch Menschen

Kurz gesagt

MDR ist die Rundum-Überwachung durch ein externes Sicherheitsteam. Es bewertet Warnmeldungen, sucht aktiv nach Angreifern und greift sofort ein. Für Mittelständler ohne eigenes Sicherheitsteam ist MDR oft der einzige realistische Weg, Angriffe auch außerhalb der Bürozeiten rechtzeitig zu stoppen.

Weiterlesen: EDR versus Antivirus, Top IT-Sicherheitsmaßnahmen für Unternehmen, Managed Services für kleine Firmen

Häufige Fragen

Brauche ich für MDR eine eigene IT-Abteilung?

Nein. MDR ist gerade für Unternehmen ohne eigenes Sicherheitsteam gedacht. Sie brauchen aber feste Ansprechpartner für den Ernstfall.

Was ist der Unterschied zwischen MDR und SOC?

Das SOC ist das Sicherheitszentrum mit den Analysten. MDR ist die Dienstleistung, die ein SOC für Ihr Unternehmen erbringt.

Hilft MDR bei NIS2?

Ja. Es unterstützt die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen und die Erstmeldung erheblicher Vorfälle innerhalb von 24 Stunden.[3][4]

Braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Ja, denn der Anbieter sieht bei der Analyse personenbezogene Daten auf Ihren Systemen.[5]

Sie möchten Angriffe auch nachts und am Wochenende erkennen? Wir zeigen Ihnen im kostenlosen IT-Check, was MDR bei Ihnen leisten würde.

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Office of Management and Budget: M-22-01 – Improving Detection of Cybersecurity Vulnerabilities and Incidents on Federal Government Systems through Endpoint Detection and Response, Oktober 2021. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. BSI-Gesetz, § 2 Nr. 25 (Managed Security Service Provider). Abgerufen am 05.11.2026.
  3. § 30 BSI-Gesetz – Risikomanagementmaßnahmen, Abs. 2 Nr. 2. Abgerufen am 05.11.2026.
  4. § 32 BSI-Gesetz – Meldepflichten, Abs. 1. Abgerufen am 05.11.2026.
  5. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 – Auftragsverarbeiter. Abgerufen am 05.11.2026.