Was ist eine Notfallumleitung in der Telefonie?

Eine Notfallumleitung ist eine vorab eingerichtete Weiterleitung, die eingehende Anrufe automatisch auf andere Nummern umleitet, wenn die eigene Telefonanlage, die Internetleitung oder der Standort nicht erreichbar ist. Sie wird beim Telefonieanbieter oder in der Cloud-Telefonanlage hinterlegt, damit Kunden auch bei einem Ausfall jemanden erreichen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Notfallumleitung greift, wenn Anlage oder Internet ausfallen.
  • Sie wird beim Anbieter oder in der Cloud hinterlegt, nicht vor Ort.
  • Typische Ziele: Mobilnummern, anderer Standort, Ansage.
  • Sie gehört in jeden Telefonie-Notfallplan.
  • Regelmäßig testen, sonst funktioniert sie im Ernstfall nicht.

Warum sie beim Anbieter liegen muss

Fällt die Internetleitung aus, erreicht kein Anruf mehr die Telefonanlage im Haus, und auch keine Weiterleitung, die dort eingestellt ist. Die Notfallumleitung muss deshalb dort hinterlegt sein, wo Anrufe ankommen, bevor sie zu Ihnen gelangen: beim SIP-Trunk-Anbieter oder in der Cloud-Telefonanlage.

Formen

FormFunktionsweise
Automatisch bei NichterreichbarkeitAnbieter erkennt, dass die Anlage nicht registriert ist, und leitet um
Manuell aktiviertper Portal oder Anruf, etwa bei Evakuierung oder Stromausfall
Zeitgesteuertaußerhalb der Geschäftszeiten an den Notdienst
Je RufnummerZentrale an Handy A, Service an Handy B

Was in den Telefonie-Notfallplan gehört

  1. Welche Nummern bei Ausfall wohin geleitet werden.
  2. Wer die manuelle Umleitung auslöst und wie, mit Zugangsdaten außerhalb der eigenen IT.
  3. Ansage für den Ausfall, etwa mit Hinweis auf E-Mail oder Rückruf.
  4. Zweiter Internetzugang oder Mobilfunk-Reserve für die Anlage, wo nötig.
  5. Hinweis zum Notruf: Wie werden 110 und 112 im Ausfall erreicht?
  6. Regelmäßiger Test, etwa zweimal im Jahr.

Beispiel aus der Praxis

Ein Pflegedienst ist nachts für Patienten erreichbar. Als ein Bagger das Kabel zum Büro durchtrennt, ist die Anlage offline. Weil beim Anbieter eine automatische Notfallumleitung eingerichtet ist, klingeln die Anrufe auf dem Bereitschaftshandy. Patienten merken vom Ausfall nichts. Im Notfallplan steht außerdem, wie die Pflegedienstleitung die Umleitung bei Bedarf über das Portal des Anbieters ändert.

Kurz gesagt

Eine Notfallumleitung leitet Anrufe automatisch um, wenn Anlage oder Internet ausfallen. Sie muss beim Anbieter oder in der Cloud hinterlegt, im Telefonie-Notfallplan beschrieben und regelmäßig getestet sein.

Weiterlesen: Telefonie-Notfallplan, Telefonie ausfallsicher aufsetzen

Häufige Fragen

Wo wird eine Notfallumleitung eingerichtet?

Beim Telefonieanbieter oder in der Cloud-Telefonanlage, nicht in einer Anlage vor Ort, die beim Ausfall selbst nicht erreichbar ist.

Funktioniert die Notfallumleitung automatisch?

Bei vielen Anbietern ja, sobald die Anlage nicht mehr erreichbar ist. Prüfen Sie, ob das bei Ihrem Anbieter aktiviert ist.

Wohin sollte umgeleitet werden?

Auf Mobilnummern, einen anderen Standort oder eine Ansage mit Hinweis auf andere Kontaktwege.

Wie oft sollte man testen?

Mindestens zweimal im Jahr und nach jeder Änderung an Anlage oder Personal.

Sind Sie bei einem Internetausfall noch erreichbar? Wir prüfen es im kostenlosen IT-Check.

IT-Check vereinbaren