Was bedeutet All-IP?

All-IP bezeichnet die Umstellung aller Telekommunikationsdienste auf das Internetprotokoll (IP). Telefonie, Internet, Fax und Sonderdienste laufen über eine gemeinsame Datenleitung statt über getrennte analoge oder ISDN-Anschlüsse. Für Unternehmen heißt das: Telefonie per VoIP, und alle Geräte, die an alten Anschlüssen hingen, müssen auf IP umgestellt oder angepasst werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • All-IP: Alle Dienste laufen über eine IP-Leitung.
  • ISDN und analoge Anschlüsse werden abgelöst.
  • Telefonie läuft per VoIP, meist über SIP.
  • Sonderfälle: Fax, Alarmanlage, Aufzugnotruf, Frankiermaschine, EC-Terminal.
  • Ohne Strom und Internet keine Telefonie, deshalb Notfallplanung.

Was sich mit All-IP ändert

VorherMit All-IP
ISDN- oder Analoganschluss für TelefonieVoIP über die Internetleitung
eigene Telefonleitung, oft mit Notstrom aus dem NetzTelefonie hängt an Router, Strom und Internet
Telefonanlage mit ISDN-KartenIP-Telefonanlage oder Cloud-Telefonanlage
Fax, Alarm, Notruf über TelefonleitungIP-fähige Geräte oder Adapter, teils Mobilfunk

Die Gespräche werden dabei mit SIP gesteuert, dem Standardprotokoll für den Aufbau und das Beenden von Sitzungen über IP-Netze.[1]

Die Sonderfälle

GerätWas zu tun ist
FaxFax-to-Mail, IP-Fax nach T.38 oder Abschaffung
AlarmanlageÜbertragung per IP oder Mobilfunk mit Prüfung durch den Errichter
AufzugnotrufMobilfunk-Notrufgerät oder IP-Lösung, mit Aufzugsfirma klären
EC-Kartenterminalauf IP oder Mobilfunk umstellen
Frankiermaschine, ZählerfernauslesungHersteller fragen
TürsprechstelleIP-Türsprechstelle oder Adapter

Folgen für die Ausfallsicherheit

Mit All-IP funktioniert die Telefonie nur, wenn Strom, Router und Internetleitung laufen. Unternehmen sollten deshalb Router, Switches und Anlage an eine USV hängen, eine Notfallumleitung beim Anbieter hinterlegen und sicherstellen, dass Notrufe im Störungsfall über Mobiltelefone möglich sind.

Beispiel aus der Praxis

Ein Hotel stellt seinen alten ISDN-Anschluss auf All-IP um. Bei der Bestandsaufnahme tauchen sieben Geräte auf, die am alten Anschluss hingen: Telefonanlage, Fax, Brandmeldeanlage, zwei Aufzugnotrufe, EC-Terminal und Frankiermaschine. Die Brandmeldeanlage und die Aufzüge bekommen nach Absprache mit den Errichtern Mobilfunk-Übertragung, das Fax wird durch Fax-to-Mail ersetzt, die Telefonie läuft über eine Cloud-Telefonanlage.

Kurz gesagt

All-IP bedeutet, dass alle Dienste über eine gemeinsame IP-Leitung laufen und ISDN und Analog abgelöst werden. Entscheidend ist, vor der Umstellung alle Geräte am alten Anschluss zu erfassen und die Telefonie gegen Strom- und Internetausfall abzusichern.

Weiterlesen: Telefonanlage auf VoIP umstellen, VoIP oder Festnetz?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen All-IP und VoIP?

VoIP ist Telefonie über IP. All-IP bedeutet, dass alle Dienste, also auch Fax, Alarm und Daten, über IP laufen.

Funktioniert mein Fax nach der Umstellung?

Oft nur eingeschränkt. Zuverlässiger sind Fax-to-Mail oder ein IP-Fax-Dienst.

Was passiert bei Stromausfall?

Ohne Strom für Router und Telefone keine Festnetztelefonie. Eine USV und Mobiltelefone als Reserve sind wichtig.

Welches Protokoll nutzt All-IP-Telefonie?

Meist SIP für den Gesprächsaufbau.[1]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Internet Engineering Task Force: RFC 3261 – SIP: Session Initiation Protocol, Juni 2002. Abgerufen am 06.11.2026.