Was ist der BSI IT-Grundschutz?

Der IT-Grundschutz ist die Methodik des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für den Aufbau von Informationssicherheit. Er besteht aus den BSI-Standards, die das Vorgehen beschreiben, und dem IT-Grundschutz-Kompendium mit konkreten Anforderungen für typische Systeme und Abläufe. Unternehmen können sich auf seiner Basis nach ISO 27001 zertifizieren lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • IT-Grundschutz ist die Sicherheitsmethodik des BSI.
  • BSI-Standards beschreiben das Vorgehen, das Kompendium die Anforderungen.
  • Drei Wege: Basis-, Kern- und Standard-Absicherung.
  • Zertifizierung als ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz möglich.
  • Nachfolger Grundschutz++ mit Zertifizierung ab 2027.

Aufbau

BestandteilInhalt
BSI-Standard 200-1Anforderungen an ein Managementsystem für Informationssicherheit
BSI-Standard 200-2IT-Grundschutz-Methodik
BSI-Standard 200-3Risikoanalyse auf Basis von IT-Grundschutz
BSI-Standard 200-4Business Continuity Management
IT-Grundschutz-KompendiumBausteine mit Anforderungen für Systeme, Anwendungen, Prozesse

Die aktuelle Edition des Kompendiums ist die Edition 2023.[1]

Drei Wege der Absicherung

Der BSI-Standard 200-2 unterscheidet drei Vorgehensweisen.[2]

VorgehenAnsatzGeeignet für
Basis-Absicherungdie wichtigsten Anforderungen in der BreiteEinstieg, kleine und mittlere Unternehmen
Kern-Absicherungbesonders kritische Bereiche in der Tiefewenige, sehr wichtige Werte
Standard-Absicherungvollständiger Schutz für den gesamten GeltungsbereichZiel für ein umfassendes ISMS, Zertifizierung

Grundschutz++

Das BSI überarbeitet den IT-Grundschutz grundlegend. Der Nachfolger Grundschutz++ soll ab dem 1. Januar 2027 als Grundlage für Zertifizierungen dienen, die weiterhin auf ISO 27001 aufbauen.[3] Wer heute beginnt, sollte die Entwicklung im Blick behalten; die Grundgedanken bleiben gleich.

IT-Grundschutz vs. ISO 27001

IT-GrundschutzISO/IEC 27001
HerkunftBSI, Deutschlandinternational
Ansatzkonkrete Anforderungen aus dem Kompendiumrisikobasiert, Maßnahmen frei wählbar
Aufwandhoch bei Standard-Absicherungabhängig vom Geltungsbereich
ZertifikatISO 27001 auf Basis von IT-GrundschutzISO 27001

Beispiel aus der Praxis

Ein kommunaler Dienstleister muss seine Informationssicherheit nach BSI nachweisen. Er beginnt mit der Basis-Absicherung: In sechs Monaten werden die grundlegenden Anforderungen für Server, Clients, Netz und Organisation umgesetzt. Danach folgt die Standard-Absicherung für die Fachverfahren. Die Dokumentation im Grundschutz-Werkzeug dient später als Grundlage für das Zertifizierungsaudit.

Kurz gesagt

Der IT-Grundschutz ist die Methodik des BSI für Informationssicherheit, bestehend aus Standards und Kompendium. Mit der Basis-Absicherung ist er auch für den Mittelstand ein guter Einstieg; der Nachfolger Grundschutz++ startet mit Zertifizierungen ab 2027.

Weiterlesen: IT-Sicherheit für Deutschland richtig denken, IT-Sicherheitskonzept für den Mittelstand

Häufige Fragen

Ist IT-Grundschutz Pflicht?

Für die meisten Unternehmen nicht. Er ist ein anerkannter Weg, um Pflichten aus DSGVO oder NIS2 nachvollziehbar umzusetzen.

Was ist die Basis-Absicherung?

Der Einstieg in den IT-Grundschutz: die wichtigsten Anforderungen zuerst in der Breite umsetzen.[2]

Was ist Grundschutz++?

Die Neufassung des IT-Grundschutzes. Zertifizierungen danach sollen ab dem 1. Januar 2027 möglich sein.[3]

Kann ich mich nach IT-Grundschutz zertifizieren lassen?

Ja, als ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz.

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2023. Abgerufen am 06.11.2026.
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: BSI-Standard 200-2: IT-Grundschutz-Methodik. Abgerufen am 06.11.2026.
  3. heise online: Grundschutz++: BSI nennt Termin für Zertifizierung ab 2027. Abgerufen am 06.11.2026.