Was ist SIP (Session Initiation Protocol)?

SIP (Session Initiation Protocol) ist das Standardprotokoll der Internet-Telefonie. Es baut Gespräche zwischen Telefonen, Telefonanlagen und Anbietern auf, verändert sie, etwa beim Weiterleiten, und beendet sie wieder. Die Sprache selbst wird getrennt davon über RTP übertragen. Fast alle IP-Telefone, Telefonanlagen und Telefonieanbieter sprechen SIP.

Das Wichtigste in Kürze

  • SIP steuert Gespräche: Aufbau, Änderung, Abbau.
  • Die Sprache läuft getrennt über RTP.
  • SIP ist ein offener IETF-Standard (RFC 3261).
  • SIP-Trunk: Anbindung einer Telefonanlage an den Anbieter per SIP.
  • SIP-Zugänge sind beliebtes Ziel für Gebührenbetrug und müssen geschützt werden.

Wie SIP funktioniert

SIP ist ein Steuerungsprotokoll, mit dem Sitzungen wie Telefonate zwischen Teilnehmern aufgebaut, verändert und beendet werden.[1] Die Sprachdaten selbst übernimmt ein zweites Protokoll, RTP, das für Echtzeitdaten wie Audio und Video gedacht ist.[2]

SchrittSIP-NachrichtBedeutung
AnmeldenREGISTERTelefon meldet sich bei Anlage oder Anbieter an
AnrufenINVITEGesprächswunsch an das Ziel
Klingeln180 RingingZiel klingelt
Abheben200 OKGespräch steht, Sprache fließt per RTP
AuflegenBYEGespräch wird beendet

SIP-Begriffe im Alltag

BegriffBedeutung
SIP-KontoZugangsdaten eines Telefons oder einer Anlage beim Anbieter
SIP-TrunkAnbindung einer Telefonanlage mit vielen Rufnummern und Kanälen an den Anbieter
SIP-ClientGerät oder App, die per SIP telefoniert, etwa IP-Telefon oder Softphone
SBC (Session Border Controller)schützt und übersetzt SIP an der Grenze zwischen Netzen

Sicherheit

SIP-Zugänge sind ein beliebtes Ziel für Gebührenbetrug: Angreifer erraten Zugangsdaten und telefonieren auf Kosten des Unternehmens zu teuren Auslandsnummern. Schutzmaßnahmen:

  1. Lange, zufällige Passwörter für alle SIP-Konten.
  2. SIP nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar machen.
  3. Verschlüsselung (TLS für SIP, SRTP für Sprache), wo verfügbar.
  4. Sperren für teure Zielrufnummern und Auslandsziele, die nicht gebraucht werden.
  5. Kostenlimit und Alarm beim Anbieter.

Beispiel aus der Praxis

Eine Spedition stellt am Montagmorgen fest, dass ihre Telefonanlage am Wochenende 3.400 Euro an Gesprächen in ein entferntes Land verursacht hat. Ein SIP-Konto für ein altes Telefon hatte ein einfaches Passwort und war aus dem Internet erreichbar. Danach werden alle Passwörter erneuert, SIP nur noch über die Firewall zum Anbieter zugelassen, Auslandsziele außerhalb Europas gesperrt und beim Anbieter ein Tageslimit eingerichtet.

Kurz gesagt

SIP ist das Steuerungsprotokoll der Internet-Telefonie, das Gespräche aufbaut und beendet; die Sprache läuft über RTP. Weil SIP-Zugänge gezielt für Gebührenbetrug angegriffen werden, gehören starke Passwörter, eine abgesicherte Erreichbarkeit und Ziel- und Kostensperren dazu.

Weiterlesen: VoIP-Telefonie für Unternehmen richtig planen, Telefonanlage auf VoIP umstellen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SIP und VoIP?

VoIP ist der Oberbegriff für Telefonie über das Internet. SIP ist das Protokoll, mit dem die Gespräche dabei gesteuert werden.

Was ist ein SIP-Trunk?

Die Anbindung einer Telefonanlage an den Telefonieanbieter per SIP, mit mehreren Rufnummern und gleichzeitigen Gesprächen.

Ist SIP verschlüsselt?

Nicht automatisch. Verschlüsselung mit TLS für die Steuerung und SRTP für die Sprache muss von Anlage und Anbieter unterstützt und eingeschaltet werden.

Wo ist SIP festgelegt?

Im IETF-Standard RFC 3261.[1]

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Quellen

Für Fakten nutzen wir Primärquellen: Gesetze, Behörden, Normen und Herstellerangaben.

  1. Internet Engineering Task Force: RFC 3261 – SIP: Session Initiation Protocol, Juni 2002. Abgerufen am 05.11.2026.
  2. Internet Engineering Task Force: RFC 3550 – RTP: A Transport Protocol for Real-Time Applications, Juli 2003. Abgerufen am 05.11.2026.